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![]() Weingut Villa Kerz
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Weinbau seit 1699 |
Der Weinbau hat in der Familie Kerz eine lange Tradition: Schon 1699 ist der erste Kerz-Wein schriftlich überliefert. Wahrscheinlich haben sie bereits vorher Wein angebaut. Das Haus jedoch, das unserem Weingut heute seinen Namen gibt, ist jünger. Und dennoch hat auch die Villa Kerz schon über 100 Jahre auf dem Buckel: | ||
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Peter Kerz, |
ihrem Erbauer, wurde es zu eng in seinem Hof, und er beschloss "auszusiedeln". Er brauchte zunächst einen großen Keller, und das Riesenloch von 800 qm war ein aufsehenerregendes Ereignis für Bodenheim. Als das Wohnhaus in ungewohnter Größe im Jugendstil erbaut war, war die "Villa Kerz" geboren. Guter Wein war zu dieser Zeit (nicht anders als heute) gefragt. Bei den damals üblichen Weinversteigerungen wurden Fassweinpreise zwischen zwei und drei Goldmark pro Liter erzielt. Doch dann brach der Erste Weltkrieg aus. Die drei Söhne wurden Soldat, und der als Nachfolger vorgesehene Sohn fiel an der Ostfront. | ||
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Franz Josef Kerz |
musste somit in der schlimmsten Zeit der Inflation ein Gut übernehmen, das durch Realteilung kleiner geworden war. Kleiner geworden waren auch die Weinpreise, und es gelang ihm nur mit Mühe, die große Villa zu erhalten. Er war stolz darauf, seine fünf Arbeiter weiter beschäftigen zu können, was vielen anderen Weingütern in dieser Zeit nicht gelang. |
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Goldene Zwanziger und Zweiter Weltkrieg |
Selbst die Goldenen Zwanziger brachten dem Weingeschäft keine Erleichterung. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war dies ein weiterer Schlag für das Gut. Vier Söhne wurden nacheinander einberufen, und nur zwei kehrten wieder zurück. Erneut hatte der Nachfolger sein Leben im Krieg verloren. Die Villa war in dieser Zeit sehr gefragt: als Luftschutzkeller. Bewohner aus den benachbarten Straßen suchten hier Unterschlupf. Die Villa wurde nicht getroffen, und so konnten auch Verwandte aus dem zerbombten Mainz hier unterschlüpfen: Zeitweilig wohnten 30 Menschen unter einem Dach. |
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Walter Kerz |
Nach dem Krieg nutzten Amerikaner und Franzosen die Villa Kerz als Offizierskasino, und das war gut so: Sie beschützten das Anwesen, und keine einzige Flasche Wein wurde gestohlen. Zurück aus langer Kriegsgefangenschaft übernahm Walter Kerz das Weingut. Zunächst litt auch er unter der damals weiterhin üblichen Realteilung, konnte aber durch viele Weinbergskäufe diesen Verlust ausgleichen. Es gelang ihm, ein Flaschenweingeschäft aufzubauen, und mit der Zeit brachte er auch die Villa Kerz wieder "in eine Hand", indem er weitere Erbberechtigte auszahlte. Damit hatte er den Boden für den weiteren Bestand und die gesunde Entwicklung des Betriebes und der Villa Kerz bereitet. |
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Meinolf Kerz |
1991 übernahm einer seiner Söhne, Meinolf Kerz, das Weingut und setzte damit die Weinbautradition der Familie fort. Nach jahrelanger Mitarbeit im väterlichen Betrieb und einer Ausbildung zum Winzermeister war es auch der unternehmerische Mut, der ihn für diese Arbeit befähigte. In Anknüpfung an die alte Tradition setzte er gleichzeitig neue Akzente und baute das Geschäft weiter aus. Die große Zahl jährlicher Weinprämierungen zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Die Villa Kerz wurde 1998, zu den 100-Jahr-Feiern, unter Denkmalschutz gestellt. Das Geschäft aber muss noch lange nicht als Denkmal geschützt werden. |
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